Von Christrosen und Lenzrosen

Lenzrosen

Die Stars des winterlichen Gartens

Zweifelslos gehören die Lenz- und Christrosen zu den Lieblingen in unseren Hausgärten. Die Unterschiede und wichtigsten Pflegemaßnahmen erklärt Olaf Schachtschneider

Lenzrosen (Helleborus orientalis Hybriden bzw. Helleborus x hybridus) gelten unter den Kennern als Geheimtipp.

Eine Rose, die keine Rose ist. Der Name bezieht sich wohl eher auf die Schönheit und Anmut der Pflanzen, die an die Rose erinnern.

Sie blühen in einer Zeit in der es im Garten nicht so viele Attraktionen gibt. Lenzrosen gibt es in vielen außergewöhnlichen Farb- und Formvariationen. Die Farbscala reicht von weiß über rosa hin zu purpur, schwarz bis gelb. Es gibt Pflanzen mit gefüllten, gesprenkelten, geaderten oder anemonenförmigen Blüten. Jede Pflanze ist ein Unikat. Sie blühen von Februar bis in den April hinein.

Der „wissenschaftlich korrekte“ deutsche Name Nieswurz besagt, das im Mittelalter aus der Wurzel ein Pulver hergestellt wurde, welches einen Niesreiz auslöste.

Alle Nieswurz (Helleborus) sind giftig und dennoch wurden sie früher in der Heilmedizin bei Herzbeschwerden und als Abführmittel verwendet. Was aber nicht ganz ungefährlich war und ist! Bereits im Mittelalter war die in den Alpen beheimatete Christrose in Klostergärten zu finden. Und von dort begann der Siegeszug der auch als Schwarze Nieswurz bekannten Pflanze in unsere Gärten. Die meisten Pflanzen blühen übrigens erst im Februar / März. Neuere Züchtungen erfreuen uns schon ab Weihnachten mit Blüten.
Bereits im Weserbergland findet man die ersten Bestände einer heimischen Art: Dem stinkenden Nießwurz (Helleborus foetidus). Diesen Namen hat die Pflanze aber nicht verdient! Da die Blätter stark an Palmen erinnern würden wir uns freuen wenn der Name Palmblatt Nieswurz mehr Verbreitung finden würde. Die nicht ganz unkomplizierte Pflanze erstrahlt im Februar/ März mit ihren grünen Blüten“glocken“.

Insgesamt sind um die 20 Arten bekannt. Die meisten sind in Europa bis Mittelasien beheimatet.

Lenz- und Christrosen eignen sich auch sehr gut für die Tischdekoration. Am längsten halten sie sich wenn sie als Schwimmblüten in eine Schale mit Wasser gelegt werden, jedoch halten sie sich auch als Schnittblume für kurze Zeit in der Vase.

Die meisten Helleborus bevorzugen kalkhaltige humusreiche lockere Böden im Halbschatten unter Bäumen oder auch an der schattigen Nordseite. Lenzrosen gedeihen sowohl auf kalkhaltigen als auch auf leicht sauren Böden. Christrosen sollten auf jedem Fall nicht zu warm gepflanzt werden.
Im Wurzelbereich sollten sie nicht hacken, damit die Wurzeln nicht verletzt werden und die Pflanzen gut gedeihen.

Bei den Lenzrosen (und nur hier!) können Sie während der Blütezeit die alten Blätter entfernen. Zum einen ist dadurch die Blüte besser sichtbar - zum anderen sind die Blätter häufig fleckig und vom Winter "unschön" gezeichnet. nach der Blüte treibt die Pflanze mit neuen gesunden Blättern wieder durch.

Auch im Topf kann man die ‚Stars des Winters’ gut als Kübelpflanze verwenden. Am besten gedeihen sie, wenn sie gute Kübelpflanzenerde nutzen und ein nicht zu kleines Gefäß wählen.

Haben wir Sie neugierig gemacht? Dann besuchen Sie unsere große Helleborus Ausstellung im Pflanzenhof Schachtschneider  (Anfang Februar bis Mitte März)

Eine Sortenübersicht mit den wichtigsten Sorten finden Sie HIER