Eine Gartenschönheit - der Pfeifenstrauch

 


Manchmal vergessen wir Gärtner die einfachen Schönheiten in unseren Hausgärten. Ähnlich wie beim Sport zählen häufig nur noch Spitzenleistungen. Die Größte, die Schönste, die Seltenste Pflanze muss es schon sein. 

Einfache Schönheiten werden da schnell vergessen - wie der Pfeifenstrauch (Philadelphus).
Ganz stimmt dies nicht - denn er ist nachwievor in ganz vielen Hausgärten anzutreffen. Schade nur, dass viele Gartenbesitzer nur aus wenigen Sorten wählen können. Dabei bietet diese Gattung so unglaublich viel.  

Benannt wurde der aus der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae) stammende Zierstrauch nach dem ägyptischen König Ptolemaios II der als Beinamen Philadelphus hieß was so viel wie Geschwisterliebender bedeutet.
Bekannt sind ungefähr 60 verschiedene Arten. Bei den meisten handelt es sich um laubabwerfende Ziersträucher. Bis auf den in Südosteuropa beheimateten Europäischen Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius) stammen die meisten anderen Arten aus Asien und Nordamerika.

Was uns am Jasmin so begeistert

In den letzten Jahren wurden zahlreiche wunderbare Neuheiten gezüchtet, nur kaum einer hat die grandiose Sortenvielfalt bemerkt.
Dabei verströmen viele einen angenehmen Duft. Der Falsche Jasmin, wie er auch genannt wird, durfte früher in keinem Renaissance-Gärten fehlen, im klassischen Bauerngarten ist er auch heute nicht wegzudenken.

Andere Sorten wiederrum strahlen uns mit ihren cremeweißen fünfzähligen Blüte an. Nur weil der Duft fehlt, fallen diese Blütenstars leider bei den meisten Kunden in Ungnade. Wie Gemein!

Fasziniert sind die Gartenbesitzer anderereits von Sorten mit einem rosa Basaltfleck in der Blütenmitte. Oder liegt es am außergewöhnlich intensiven Duft nach Orangeblüten?

In Deutschland kaum eine Chance haben die buntlaubigen Pfeiffenstrauchsorten, die für Farbe und Abwechslung im Garten sorgen. Gut, das unsere Nachbarländer uns zeigen wie wunderbar man mit solchen panaschierten Pflanzen den Hausgarten gestalten kann. Und da wir und die Gartenzeitungen regelmäßig Richtung England schielen, ist es also nur eine Frage der Zeit, wann dieser Trend nach Deutschland kommt.  
 

Bodenansprüche Fehlanzeige

Der Boden sollte locker und humos sein, gerne auch ein wenig lehmig aber auch mit nicht ganz so nährstoffreichen Böden ist er zufrieden. Was er nicht mag sind trockene Standorte, und das versteht sich eigentlich von selbst, Staunässe.
Je sonniger je üppiger die Blüte, die im Schatten häufig ausbleibt.
Und nicht nur diese. Auch der Duft ist an absonnigen Standorten Mangelware. Die Wuchshöhe ist extrem unterschiedlich - je nach Sorte zwischen 100 bis 400 cm.


Gestaltungsideen gibt es viele

Klassisch ist die Gestaltung im Blütensträuchergarten. Modern ist die Gestaltung mit Rosen und Stauden - aber auch im Kübelgarten ist der Frühsommerblüher eine Augenweide. 
In einem frz. Garten wurde der Jasmin sogar als Spalier gezogen.
Und wenn Sie auch dafür keine Verwendung haben, schneiden Sie doch einfach einen Zweig ab und stossen das Mark aus dem Inneren heraus. Noch ein paar Löcher in die Mitte und Sie wissen woher der Deutsche Name stammt.

Eine Sortenübersicht der wichtigsten Sorten finden Sie HIER