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Kamelien: Aristokraten ohne Anspruch

Edle Blüten, eine traumhafte Farbpalette, attraktives immergrünes Laub. Dazu ausgesprochen langlebig, trockenheitsverträglich, winterhart und wenig attraktiv für Schädlinge. Das soll den Kamelien erstmal einer nachmachen. Oder glauben Sie, dass Rosen oder Hortensien diese Checkliste bestehen würden?
Es wird also Zeit, mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen. Wir haben guten Grund dazu, blicken wir doch inzwischen auf eine fast zwei Jahrzehnte währende Erfahrung mit den exotischen Schönheiten im norddeutschen Freiland zurück. Und Kontakte zu vielen Gartenbesitzern in ganz Deutschland bestätigen unsere Erfahrungen.
Um es gleich vorweg zu sagen: Wir schätzen Kamelien vor allem wegen ihrer frühen Blüte. Kein anderes immergrünes, winterhartes Gartengehölz kann mit einer derartigen Vielfalt an Blütenformen und -farben aufwarten wie diese asiatischen Pflanzen. Die Mehrzahl der Sorten beginnt im zeitigen Frühjahr mit der Blüte. Es kann schon sein, dass sich erste Blüten in milden Wintern bereits im Februar öffnen. Anders als die extrem frostempfindlichen Magnolien halten Kamelienblüten Temperaturen um den Gefrierpunkt gut stand und zeigen dann oft nur Verbräunungen. Da sich nicht alle Blüten zeitgleich öffnen, sondern über einen Zeitraum von einigen Wochen hinweg, ist die Gefahr gering, dass ein Spätfrost die gesamte Pracht zunichte macht. 

 

 

In unserem Klima gedeihen die meisten Sorten der vielgestaltigen Art Camellia japonica, aber auch die Hybriden der Camellia x williamsii-Gruppe und einige Hybriden mitanderen Arten problemlos. Während in der Frühzeit der Kamelienkultur im Freien vor 50 Jahren noch die in Cornwall entstandenen Williamsii-Sorten als besonders empfehlenswert, weil winterhärter, galten, haben sich inzwischen doch die neuen und auch historischen Sorten von Camellia japonica als ebenbürtig erwiesen. Wir sagen: Zum Glück, denn sie erweitern die Farbpalette von Rosa um unzählige Nuancen und bringen auch das ersehnte Rot in den Frühlingsgarten. Insgesamt stehen in unserem Sortiment die Farben Weiß bis zu Zartgelb, Rot in allen erdenklichen Tönen und auch Rosa von delikatem Perlmutt bis zu leuchtendem Pink zur Auswahl. Weil alle Sorten ihre Liebhaber finden und wir die ganze Vielfalt der Blütenformen von einfachen Blüten mit goldfarbenen Staubgefäßen, über halbgefüllte bis zu päonienförmigen, dicht gefüllten Kunstwerken schätzen, versuchen wir neben altbewährten Klassikern wie der roten und wirklich unverwüstlichen Sorte `Black Lace`auch immer neue Sorten anzubieten.
 

 

2. Teil
Alle unsere Kamelien sind in vergleichbaren Klimazonen vermehrt und herangezüchtet worden. Sie brauchen – anders als die oft im Handel zu findenden Pflanzen aus Italien oder Spanien – keine behutsame Akklimatisierung. Dementsprechend ist auch bei jungen Pflanzen, die im Garten ausgepflanzt werden, nicht mit Ausfällen zu rechnen.
Kamelien sind nach dem Anwachsen wirklich anspruchslos. Sie kommen mit allen Gartenböden zurecht, wachsen auf Sandböden ebenso gut wie in humosem Gartenboden oder sandigen Lehmböden. Allerdings mögen die Verwandten des Teestrauchs eine gleichmäßige Nährstoffversorgung. Bei der Pflanzung kann man ein für Rhododendron geeignetes Substrat mit dem Gartenboden mischen, um ein leicht saures Milieu zu erzielen. Das erleichtert den Pflanzen das Anwachsen. Ein langsam umgesetzter organischer Dünger kann ebenfalls beigegeben werden. Wir empfehlen, sie vor dem Winter mit Laub zu mulchen und dieses auch im Frühjahr nicht vollständig zu entfernen. Das hält nicht nur den Boden rund um die Flachwurzler länger frostfrei, das verrottende Blattwerk von Eiche und anderen Laubgehölzen führt den Pflanzen gleichmäßig Nährstoffe zu und trägt zum Humusaufbau bei. 
Sind die Pflanzen nach ein oder zwei Jahren eingewurzelt, vertragen sie auch anhaltende Trockenperioden erstaunlich gut. Selbst in Trockenjahren setzen sie über Sommer gut Blütenknospen für die kommende Saison an. Sie sind also echte Zukunftspflanzen.

 

Das gilt auch in punkto Winterhärte. Kamelien können auch strenge Frostperioden mit Temperaturen deutlich unter -10° C (in Ausnahmefällen auch bis -20° C) überstehen, und das mit minimalen Laubschäden. Wichtig ist allerdings, dass für die Pflanzung exponierte Standorte vermieden werden. Windschutz und Schutz vor winterlicher Morgensonne (sie kann bei Kälte Blattschäden verursachen) machen den Kamelien das Leben wesentlich leichter.
Für Liebhaber des Besonderen, denen die Blütezeit noch nicht lang genug ist, empfehlen wir die ab Herbst blühenden, zumeist kleinblütigeren Kamelien der Sasanqua-Gruppe. Sie brauchen allerdings insgesamt einen sonnigeren und wärmeren Standort, um üppig Blüten zu bilden. Da die Sträucher zwar winterhart sind, die Blüten aber zu Beginn der kalten Jahreszeit erscheinen, sollte ein wirklich geschützter Standort ausgewählt werden, etwa vor einer Mauer, an der Hauswand oder in einem hellen Innenhof.  
Besonders interessant finden wir die Wildarten der Kamelien. Sie werden inzwischen auch zur Züchtung von Sorten mit Wildcharakter eingesetzt und bereichern das Sortiment ebenfalls. Auf unseren Sortenetiketten informieren wir Sie über besondere Eigenschaften dieser Pflanzen.