Warum sind heimische Pflanzen so wertvoll


Es ist ein schöner Trend, dass wir Gartenbesitzer unserer heimischen Tierwelt etwas Gutes tun wollen. Insekten sind wieder im Garten willkommen. Vögel sowieso. Und frei nach dem Spruch: „Wat de Buer nich kennt, dat frett he nich“ bevorzugt unsere heimische Fauna die Blüten und Früchte, die sie schon seit Jahrhunderten kennt. Einige Insekten haben sich sogar auf ganz bestimmte Pflanzen spezialisiert, und wiederrum haben sich Pflanzen auf ganz bestimmte Insekten spezialisiert. Stirbt eine bestimmte Art aus, kann dies zur Folge haben, dass auch die andere Art bald nicht mehr existiert.
Auch unsere Natur hat sich stark verändert. Es existiert kaum noch ein Fleckchen Natur, dass von uns Menschen nicht beeinflusst wurde: die Natur wurde so umgebaut, dass sie für uns Menschen einen Nutzen hat: Ob im Wald oder der freien Landschaft. Straßen, Dörfer, Städte wachsen in jede Himmelsrichtung. Auch die Landwirtschaft hat sich stark verändert. Landwirte haben heute mehr Möglichkeit ihre Flächen besser zu nutzen.
All das führt zu einem Rückgang von Lebensraum. Mit unserem Garten haben wir die Möglichkeit Rückzugsorte für die Natur zu schaffen.

Platz für mehr Natur ist in der kleinsten Hundehütte

Wer der Natur einen kleinen Rückzugsort bauen möchte, braucht nicht viel Platz. Natürlich bietet ein 1000 qm großer Garten mehr Möglichkeiten als nur einer mit wenigen Quadratmetern. Aber auch hier kann Garten wachsen!

„Garten ist nicht genug, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man haben.“
Christian Andersen (1805 – 1875)


Gerne auch mehr als eine Blume. Pflanzen Sie Vielfalt, je bunter, je länger die Blütezeit, je größer die Fruchtvielfalt, je mehr Futter für die Tiere.
Wenn der Platz es zuläßt wäre es gut, wenn heimische Pflanzen integriert werden.
 

Aber was sind heimische Pflanzen

Eine Frage, die einfach klingt, aber dennoch schwer zu beantworten ist. Warum? Wir Menschen sind schon seit vielen tausend Jahren Landschaftsgestalter. Ohne uns Menschen wäre der Landkreis Oldenburg wohl komplett bewaldet, oder mit Moor versehen. Wiesen oder ähnliches gäbe es nur für eine kurze Zeit – z.B. nach einem Waldbrand.
Das bedeutet, durch uns Menschen hat sich die Natur seit Jahrtausenden verändert – und wir haben dadurch die Natur vielfältiger gemacht.
Pflanzen sind ganz natürlich eingewandert – nicht zu Fuss, sondern über Samen. Diese klebten entweder an Tieren oder sind über die Luft hergeweht.
Häufig haben aber auch wir Menschen, vor allem Nutzpflanzen eingeführt. Ob Kornelkirsche, Rosskastanie oder Genussapfel – ohne uns Menschen wären diese Pflanzen hier nicht anzutreffen.
Diese Pflanzen wurden quasi „eingebürgert“ und bereichern unsere Artenvielfalt. Durch Klimaverschiebungen wären einige Arten wahrscheinlich irgendwann natürlich zu uns gewandert – der Mensch hat diesen Prozess nur um einige hundert/tausend Jahre verkürzt.
Als heimisch gelten Pflanzen, die vor 1492 (Jahr der Entdeckung Amerikas) in Natur und Garten wuchsen.


Schwierige Ländergrenzen

Leider sind es häufig Ländergrenzen, die über heimisch und nicht heimisch entscheiden. Das halte ich persönlich für kritisch. Jedes Land hat unterschiedliche Klimazonen und unterschiedliche Böden. Pflanzen der Alpen haben im Norden Probleme, das gilt genauso umgekehrt. Oder in Weinanbaugebieten ist es viel wärmer als z.B. im Osten Deutschlands.
Ich bedauere sehr, dass wir Pflanzen, die in Nachbarländern beheimatet sind und klimatisch mehr zu uns passen als Fremdlinge verkaufen müssen, während Pflanzen der Alpen als heimisch in Deutschland angeboten werden.

Und was sagt unsere Tierwelt

Dieser ist es meistens egal - Hauptsache Futter! Viele Tiere haben sich bereits an die neue Natur angepasst. Immer mehr unterschiedliche Insekten- und Tierarten sind in unseren Gärten anzutreffen.
Natürlich lieben diese unsere heimische Pflanzenwelt. Wenn Standort und Platz es nicht zulassen, bieten sich die nicht heimischen naturnahen Pflanzen an, die sich ebenfalls zu einer wichtigen Nahrungsquelle entwickelt haben.


Noch ein Wort zu Züchtungen

Noch wurde nicht wissenschaftlich überprüft, ob gezüchtete Sorten (vorausgesetzt, dass diese weiterhin Blüte und Frucht ansetzen) von weniger Tieren genutzt werden als die reinen Wildarten. Es spricht aber nur wenig dagegen. Denn Sorten werden ausgelesen, weil diese mehr Blüte oder Frucht bilden als die reine Wildart. Oder weil sie kompakter bleiben und somit auch in kleinen Gärten Platz finden.
Kollegen, die Wildart und Sorten verglichen haben, haben bisher keine Unterschiede feststellen können.

Eine Liste von heimischen und naturnahen Pflanzen finden Sie hier 

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